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Uschi Ronnenberg (“Nenn mich bitte ‘Uschi’! – ‘Ursula’ ist mir so fremd!”) ist eine leidenschaftliche Netzwerkerin. Kein Wunder also, dass wir uns irgendwann in diesem Internet begegnen mussten!

Früher offline mit ihrem Aachener Unternehmerinnen-Stammtisch und dem Lions-Club, heute verstärkt auch online, liebt sie es, sich mit anderen zu vernetzen. Überhaupt, das Internet: Für sie, die selbstständige Grafik- und Web-Designerinin (nächstes Jahr feiert ihr Unternehmen sein 25-jähriges Bestehen) ist das WWW eine ebenso faszinierende wie kommunikative Spielwiese. Deshalb bloggt Uschi auch: auf ichtuwasichkann.de – ein Blog über das zumeist vergnügte Leben einer 50plus Frau. :-)

Ein Satz aus unserem „Vorgespräch“ hat mich sehr berührt: “Mein Beruf erfüllt mich sehr, die Kraft dafür gibt mir, seit fast 15 Jahren glücklich verheiratet zu sein. Wir haben keine Kinder, dafür haben wir uns zu spät kennengelernt, leben aber ein schönes gemeinsames Leben.“ Wow, was für ein wunderbares Kompliment an deinen Mann, Uschi!


Uschi Ronnenberg, 55 (Foto: Mizzi Ahn-Schmitz)


„Ich bin eher schüchtern und eine KISS-Schreiberin“ … stimmt, das habe ich gemerkt! :-) Ich habe Uschi trotzdem einiges rausgekitzelt …


Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Meine Mutter ist nur 18 Jahre älter als ich und war immer eine bildhübsche Frau, typmäßig so zwischen Doris Day und Kim Novak. Sie nähte sich als gelernte Schneiderin fast alles selbst und war immer ein bißchen schicker angezogen als die Mütter meiner Freunde. Sie war in gewisser Weise mein Vorbild, ich wollte auch so „strahlen“ wie sie.

Als ich mit etwa 12 anfing, mich für Mode zu interessieren, gab es bei uns zuhause nicht viel Geld. Statt der heißbegehrten Wrangler bekam ich eine Jinglers-Jeans von C&A. Und wurde immer für längere Zeit in derselben Hauptfarbe benäht: Erst war es dunkelblau, dann dunkelbraun, weil meiner Mutter das offenbar an mir besonders gut gefiel – beide Farben mag ich an mir bis heute nicht wieder. Doch mit 15 begann ich endlich, auch meine eigenen Wünsche durchzusetzen. Das war als allererstes die heißbegehrte Wrangler, dann endlich mehr Farbe für meine Kleidung: jeansblau, grün, pink, türkis, alles ziemlich bunt.


Konfirmation mit 14: kurz berockt und auf Plateau-Schuhen! (1973)


In den Jahren rund um 20 liebte ich Schlaghosen (in die mich heute keine zehn Pferde mehr hineinbekämen) und kurze Röcke, denn wenn mir auch manches an mir nicht gefällt, so hatte ich immer hübsche Beine, und die mussten der Welt ja auch mal gezeigt werden ... Insgesamt hat es aber ziemlich lange gedauert, bis ich modisch meine eigene Richtung gefunden habe.


Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert?

Wenn ich meinen „Stil“ beschreiben soll, so bin ich heute im Großen und Ganzen eigentlich eine “Klassischer-Blazer-Shirt-Hosen-Frau”. Bisschen langweilig vielleicht, aber ich fühle mich wohl so.


Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Jil Sander fand ich auf Fotos immer toll angezogen, diese schlicht-elegante Attitüde hätte ich auch immer gerne gehabt. Doch ich bin eher so der “handfeste”, praktisch-alltagstauglich angezogene Typ, Eleganz kriege ich modisch an mir selbst einfach nicht hin.


Hast oder hattest du ein Lieblingskleidungsstück?

Lieblingsstücke kommen und gehen, das kennen wir ja alle, doch eines habe ich nun seit fast 25 Jahren: Im ersten Jahr meiner Selbständigkeit kaufte ich mir einen mit damals 1.400 DM für mich viel zu teuren (Strenesse)-Trenchcoat mit herausknöpfbarem Winterinlay und Kaninchenfellkragen. Diesen Mantel liebe und trage ich bis heute – da er damals reichlich groß war, passt er mir mit all meinen zusätzlichen Wechseljahrs- und Nicht-mehr-Raucher-Kilos glücklicherweise auch heute noch.


DER Trenchcoat von Strenesse: bis heute ein Lieblingsstück. (Wien 1996)


Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ich fand mich nie besonders hübsch und auch immer zu dick – wenn ich mir die Fotos von früher ansehe, wird mir klar, wie unglaublich bescheuert ich doch war mit den ewigen Minderwertigkeitskomplexen.

Dass ich heute Schönheit und Aussehen unwichtiger finde als die persönliche Ausstrahlung, die ja mit ganz anderen Dingen als perfektem Make-up oder Faltenfreiheit zu tun hat, schreibe ich durchaus dem Älterwerden und der damit einhergehenden, wachsenden Entspanntheit zu. Ich denke – hoffe! –, ich strahle aus, dass ich ein zufriedener Mensch bin.


Die Shirt-und-Blazer-Frau. Mit Endlos-Beinen – und damals noch Zigaretten. (2000)


Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich möchte jedenfalls an die Möglichkeiten moderner Produkte glauben und bin da auch vielfach verführbar. Gleichzeitig nehme ich mir ungern viel Zeit für Schönheitspflege, es soll am liebsten immer schnell und unkompliziert gehen. Mein Verhältnis zu Kosmetik ist also relativ gespalten.

Als ich vor einigen Jahren mit dem Rauchen aufhörte, kam ich – was ich ja vorher nicht ahnen konnte – gleichzeitig in die Wechseljahre. Und ich bekam plötzlich Pickel, wie ich sie zuletzt in der Pubertät gekannt hatte. Da habe ich mich dann eine Weile ziemlich viel mit Schönheitspflege-Themen beschäftigt, auch recht viel Geld ausgegeben für wunderwirksame Gesichtspflege. Die unreine Haut blieb davon aber leider unbeeindruckt, so dass ich dann auch noch eine Menge über Foundations bis hin zur Camouflage lernte, zum Beispiel wie man unansehliche Haustellen wirklich perfekt abdeckt.

Das Problem löste sich aber irgendwann einfach wieder von selbst und ich konnte endlich zu meiner Ruck-Zuck-Pflege-Methodik zurückkehren.


Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei Kosmetikrodukte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Meine „Définicils“-Mascara von Lancôme, der ich seit über 30 Jahren treu bin.

Eine gute BB-Creme, derzeit schwöre ich auf Vichy.

Einen braungrauen Eyeshadow, der trocken und feucht verwendet werden kann, da benutze ich aktuell eine Farbe von Bobbi Brown.

Mit den drei Produkten kann ich mir “ein Gesicht malen” – und dann bräuchte ich aber unbedingt noch eine Lippenpflege.


Goldener Look bei einem Fest der “Kölsche Funke rut-wiess”, dem ältesten Kölner Karnevalscorps. (2004)


Wenn du dir ein (noch nicht existierendes) Produkt von der Kosmetikbranche wünschen dürftest: Welches wäre das?

Eine Selbstbräunungslotion, die nicht durch Schweiß wieder abgelöst wird – die könnte man dann nämlich endlich vernünftig für die in verschiedenen Sandalen unterschiedlich gebräunten Füße benutzen. Ein wichtiges Thema, weil ja selbst im sonnigsten Urlaub die Füße als allerletztes braun werden.


Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Schön wär’s. Nein, kein Geheimnis. Ich habe mir allerdings vor einiger Zeit so eine Ultraschall-Gesichtsbürste gekauft, die ich auf jeden Fall sehr angenehm finde in der Anwendung, und sie macht meine Haut megazart.

Viel Sorgfalt verwende ich auf meine Nägel, die meist ziemlich perfekt lackiert sind, und zwar immer von mir selbst. Ich mag gepflegte Nägel einfach. Vielleicht weil ich sie als Mädchen so lange abgekaut habe?


Eleganz mit Beinen bis zum Mond! (2013)


Was würdest du in Sachen Schönheit gerne mal ausprobieren?

Da fällt mir nichts ein. Alle Experimente, die ich machen wollte, habe ich glücklicherweise hinter mir.

Das Schlimmste jemals: eine selbstgemachte Dauerwelle – bei glattem Pony! Aber da mussten wir wahrscheinlich alle mal durch ...

.
Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Ja. “Ich will, ich kann.”


Danke, liebe Uschi, fürs Dabei sein und für dieses bodenständige, unkapriziöse Interview! Übrigens: Ich finde dich ziemlich elegant! :-)

***

Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick

 
Susanne Ackstaller, Montag, 20. Oktober 2014, 06:00 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 334 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews | Tags: , , , , , , , , , , ,
 

Q. E. D. :-)

 
Susanne Ackstaller, Sonntag, 19. Oktober 2014, 14:16 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 172 | Kategorie: Lifestyle
 

Ach und weh. Schon wieder so ein Teil, bei dem man bald mal Geburtagstag haben möchte.


Armband von Philipp Plein in opulentem saphirfarbenem Strass
Opulentes Armband von Philipp Plein. Gesichtet bei Cream della Cream.


Oder sogar dreimal Geburtstag: Denn neben blau, gibt es das Armband auch noch in Rot und Grün. (Gut, dass ich ein so enscheidungsschwacher Typ bin – das rettet mich vor manch einer Geldausgabe.)

Sind übrigens alle drei deutlich (!!) reduziert. Aber ich will nix gesagt haben. Ich mein’ ja nur.

PS: Noch mehr schöne texterella-Dinge gibt es übrigens hier: Klick!

 
Susanne Ackstaller, Samstag, 18. Oktober 2014, 15:34 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 296 | Kategorie: Mode, Accessoires , Schmuck | Tags: , , , , , ,
 

Grau(en), Tag 2.

Von wegen am nächsten Morgen ist die graue Stimmung meistens verflogen. Ja. Das mag an Sommertagen stimmen. Wenn draußen die Vögel zwitschern, die Sonnenstrahlen einen an der Nase kitzeln und man von frischem Kaffeeduft aufwacht.

Heute hat es leider nicht funktioniert. Trotz Kaffeeduft (den ich übrigens jeden Morgen frei Bett geliefert bekomme. :))

Heute morgen war es (ich!) immer noch graugraugrau. Um nicht zu sagen dunkelgrau. Herbstblues? Mag sein! Schwere Wolken und Schüttregen galore, nur noch getoppt von meiner tiefgrauen Laune. Und einem Spiegelbild, das ich am liebsten verhängt hätte. (Buah. Wer hatte mich erst kürzlich auf Mitte 30 geschätzt? Der braucht wohl eine neue Brille.)

Aber hilft ja nix! Wobei – vielleicht ja doch was?!


Baume Beauté Eclair von Clarins als Gesichtsmaske
Baume Beauté Eclair von Clarins. Gibt es zum Beispiel bei Douglas.*

Aus den Tiefen meines Badezimmerschubladens habe ich dann das Baume Beauté Eclair bzw. Beauty Flash Balm von Clarins hervorgekramt. Mein Wundermittel für grauen Hautzustand, besonders nach kurzen Nächten und zu viel Rotwein. Es wirkt wirklich WUNDER! Bislang hatte ich das Produkt nur als Make-up-Grundlage verwendet (hier habe ich schon mal darüber geschrieben) – aber man kann es auch als Maske verwenden. Wir wissen ja: Viel hilft manchmal doch viel.

Ich habe also eine wirklich großzügige Menge auf meine Gesichtshaut gepackt (viel! viel! viel!), 10 Minuten Zeitung gelesen und danach die Maske wieder abgewaschen (mit Waschlappen, das Zeug haftet sehr gut! ;-)). Und voilà: Der Grauschleier war weg. Stattdessen: eine schöne, glatte, weiche, sogar leicht rosige Haut. Und dann – ich lüge nicht! – traute sich auch noch ein Sonnenstrahl durch die Wokenwand! Magic!

Ich glaube, Clarins kann wirklich zaubern. Zumindest Baume Beauté Eclair kann es.

Jetzt muss nur noch mein graues Seelchen eine Schönheitsmaske abkriegen. Vorschläge anyone?

PS: Und während ich hier noch schreibe, schickt mir eine Freundin diese Fotos: New York! Hilft immer! DANKE! Ob mich Clarins da wohl hinbeamen kann?

*Affiliate-Link

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 17. Oktober 2014, 10:12 Uhr
Kommentare: 7 | Aufrufe: 364 | Kategorie: Beauty, Hautpflege | Tags: , , , , , , , , , ,
 

Graue Tage.

Kennst du die auch?

Eigentlich solltest du dieses tun, eigentlich bräuchtest du Zeit für jenes. Uneigentlich bist du mit ganz anderen Dingen beschäftigt, fühlst dich dabei total außer Atem und verlierst zunehmend die Laune. Und dann wird es noch schlimmer: ein blöder Anruf, der Hochnebel scheint grauer als sonst und als wäre es nicht genug, zickt dich auch noch deine Tochter/Freundin/Chefin an oder du ärgerst dich über einen Kunden/deinen Chef/deinen Mann. 



Ein bisschen Sonnenuntergang gibt’s auch an grauen Tagen. ;-)


Natürlich findest du dich selbst potthässlich und die Jeans scheint auch wieder enger geworden, die Falten, Augenringe, Altersflecken mehr. Ein Pickel? Selbstredend.

Dinge, die du gerne tust, machen dir plötzlich keinen Spaß mehr. Du fragst dich nach dem Sinn deiner Arbeit, deines Lebens. Deines Blog (!). Wozu das alles? Stress von morgens bis abends, dann ins Bett und morgen wieder raus, um wieder Stress zu haben. Am meisten aber ärgerst du dich über dieses graue, lähmende Gefühl, das dich umklammert. Für das es keinen objektiven Grund gibt: Du bist gesund. Du hast Arbeit. Du hast ein warmes Zuhause.

Und dennoch. Dennoch lässt dieses Gefühl für diesen einen Tag einfach nicht los.

Wenn du jetzt auf meine 5-Punkte-Lösung wartest, muss ich dich leider enttäuschen. Ich habe keine. Außer, dass ich mich tiefsten und selbstmitleidigsten Sumpf daran zu erinnern versuche, dass das Leben morgen zumeist wieder ein bisschen weniger grau ausschaut. Manchmal hilft mir Spazierengehen – wenn ich mich dann aufraffen kann –, manchmal kommt eine zauberhafte Mail, die mich zum Strahlen bringt. Oder das Radio spielt ein Lied, das mich glücklich macht. Aber manchmal hilft tatsächlich nur Rotwein. Und früh ins Bett gehen.

Gute Nacht.

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 16. Oktober 2014, 20:41 Uhr
Kommentare: 6 | Aufrufe: 542 | Kategorie: Lifestyle
 
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