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Gestern Nacht habe ich über mein Alter nachgedacht. Darüber, dass ich in gut zwei Monaten 49 werde.

49.

Das passiert mir nur selten. Also, dass ich wirklich ins Grübeln komme – über mein Alter. Und ja, sogar ein wenig Angst bekomme. Davor wie schnell Zeit vergeht. Wie schnell man altert. Wieder ein Tag. Wieder ein Monat. Wieder ein Jahr. 49. 50. 51. 60. 70. 80.



Zu alt für rote Stiefel? NEVER!


Nun kenne ich viele Frauen, die 50 sind, oder darüber. Sie sind attraktiv. Sie sind erfolgreich in ihrem Beruf. Sie haben noch so viel vor. Alle sind sie jung und toll und schön. Keine wirkt wie die “klassische 50erin”, wie wir sie noch von unseren Omas kannten: mit Blumenkohldauerwelle und Kittelschürze.

Nun sind 50 ja bekanntlich die neuen 30, und auch ich fühle mich eher wie Mitte 30, nur mit dem Vorteil, dass ich kein Kind stillen muss, keinen Kinderwagen mehr schiebe, die Nächte schon sehr lange durchschlafen kann (außer wenn mein großer Sohn spät nach Hause kommt, aber das ist ja wieder eine andere Geschichte). Und dennoch.

49!

Es wäre gelogen, dass ich mich darauf freue. Eine „übriggebliebene“ 40erin. Eine Endvierzigerin. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich 40 wurde – und ich mich plötzlich jünger als mit 39 fühlte. Weil ich unter den 40-Jährigen die jüngste war. Und nicht mehr die älteste unter den Dreißigjährigen.

Ob es mir mit 50 auch so gehen wird? Ich hoffe es.

Und klar, ich weiß schon: Eigentlich darf man über jedes Jahr, das man älter wird, dankbar und glücklich sein. Die Alternative zum Älterwerden ist schließlich jung sterben. Auch das ist in meinem Freundes- und Bekanntenkreis schon passiert. Frauen und Männer, die mein „Luxusproblem“ mit dem Alter gar nicht hatten – weil sie die 49 schlichtweg nicht erlebt haben.

Älter werden ist nichts für Feiglinge. In diesen dunklen Nächten weiß ich genau, was damit gemeint ist. Da können wir uns noch sehr wie die neuen Dreißiger fühlen – wir sind es nicht.

Ein wenig warte ich ja auf die Altersgelassenheit. Und auf diese „Freiheit“, von der immer alle reden.

Ich hoffe, ich werde da nicht enttäuscht.

 
Susanne Ackstaller, Freitag, 31. Oktober 2014, 11:16 Uhr
Kommentare: 11 | Aufrufe: 405 | Kategorie: Lifestyle, Meinungen | Tags: , , ,
 

Ein Mittwochvormittag im Oktober. Die Bahn hat mal wieder Streik angesagt. Ich fahre früh mit Auto los, denn ich habe einen spannenden Termin in München. Natürlich vergesse ich meine Visitenkarten und muss kurz vor der Autobahn noch mal umdrehen. Gott sei dank, nur ein winzigkleiner Stau auf der Autobahn, und in der U-Bahn gibt es keinen jener Kabelbrände, die üblicherweise meine München-Trips begleiten. Ich bin viel zu früh da. Was nichts macht, wenn man Nina Ruge zum Interview trifft. Ich bin ein bisschen aufgeregt. Kaffee? Lieber nicht, ich habe eh schon Blutdruck.

Fenistil hatte mich eingeladen. Zu dem spannenden Workshop “Haut in Balance” rund um das Thema Haut – mit anschließendem exklusiven Pressetermin bei Frau Ruge. Puh. Erwähnte ich schon, dass ich ein wenig aufgeregt war?!



Haut in Balance: Fenistil-Workshop mit Nina Ruge. (Foto: Edelman PR)


Aber erstmal ging es ganz entspannt und launig los: Frau Dr. Adler, Dermatologin aus Berlin (unter anderem mit eigener Sendung im RBB und zudem überaus sympathisch) und Nina Ruge führten durch den 2-stündigen Workshop rund um das Thema Haut und ihre Probleme. Von Neurodermitis über Akne bis hin zu Rosazea und Schuppenflechte wurde alles thematisiert. (Fenistil würde übrigens nur einmal erwähnt, nämlich beim Thema Kortison). Damit liefen sie bei mir natürlich offene Türen ein, denn meine Haut hat mich wahrlich schon reichlich Nerven und Lebenszeit gekostet. Ein Schicksal, das ich übrigens mit Frau Ruge teile – auch sie hatte Zeit ihres Lebens mit Hautproblemen zu kämpfen.


Frau Ruge, Sie haben uns heute erzählt, dass Sie seit Ihrem 13. Geburtstag mit dem Thema Akne und unreine Haut zu kämpfen hatten. Wie haben Sie Ihre Hautprobleme in den Griff gekriegt?

Entscheidend war für mich die Aussage meines Hautarztes Dr. Stefan Duve: „Freunden Sie sich mit Ihrer Haut an! Sie haben nun mal diesen öligen Hauttyp!“

Bis dahin hatte ich meine Haut als Feind gesehen, ich habe alles mögliche versucht, von Vitamin-A-Säure bis zu Kräuter-Tiefenpeelings ... Dr. Duve hingegen riet mir zu „Weniger ist mehr“. Für mich hieß das ab dann: Weniger Rubbeln, weniger Reinigen, weniger Peelings, auch weniger Rumprobieren mit unterschiedlichsten Produkten. Was mir hilft ist regelmäßiges Ausreinigen meiner Haut bei meiner Kosmetikerin. Auch dass ich mit unserem Hund viel draußen an der frischen Luft bin, tut mir und meiner Haut gut, habe ich zumindest den Eindruck.



Im Gespräch mit Nina Ruge (Foto: Edelman PR)


Nichtsdestotrotz habe ich meine Hautprobleme nicht völlig im Griff: Nach wie vor habe ich eine ölige, großporige, zu Unreinheiten neigende Haut. Aber ich habe mich mit ihr ausgesöhnt, meine Haut stresst mich nicht mehr. Das hilft mir. Und natürlich lasse ich nur ölfreie und passende Produkte auf meine Haut.


Viele Frauen kennen das Problem: der typische Stresspickel, der ganz sicher genau dann kommt, wenn man ihn nicht brauchen kann. Haben Sie einen Tipp für uns?

In solchen Fällen verwende ich über Nacht gerne eine klassische Zugzinkpaste – aus der Apotheke. Etwas ähnliches gibt es auch von Clinique. Abends auf den Pickel geben, Pflaster drauf – und am nächsten Morgen ist die Stelle schon viel weniger rot.



Was würden Sie einer betroffenen Leserin, die mit Mitte 40 immer noch gegen unreine Haut kämpft,  raten?

Erstens: Freunde dich mit deiner Haut an! Fettige Haut hat ja schließlich auch Vorteile: Man kriegt später Falten.

Dann: Verwende nur ölfreie Produkte. Ich verwende tagsüber zum Beispiel nur ein fettfreies Serum, etwa von Sisley, Clarins oder Lauder, und keine zusätzlichen Pflegeprodukte.



Zum Abdecken: Keine Camouflage, damit kann die Haut nicht atmen – lieber ein stark pigmentiertes Puder-Make-up. 


Ein anderes Problem: Hautalterung. Was tun Sie dagegen?

Nur Quark- und Gurkenmasken. (schmunzelt)


Eine ganz andere Frage, Frau Ruge: Viele Frauen nehmen ab Mitte 40 zu. Wie haben Sie es geschafft so schlank zu bleiben?

Es ist sicher auch eine Typfrage. Mir hat ein Frauenarzt schon früh gesagt, dass ich der „schlanke Typ“ bin, ich bin eher gestagendominiert.



Und dann ernähre ich mich natürlich auch ein wenig speziell: So esse ich zum Frühstück nur eine Suppe, ich esse wirklich keine Süßigkeit – ich habe auch gar keine Lust darauf. Ich liebe Gemüse, und esse sehr viel davon. Und ich achte darauf, abends keine Kohlenhydrate zu essen.


Was hat Sie bewogen, “Hautbotschafterin” für Fenistil zu sein?

Ich unterstütze alles, was hilft, unseren Körper so gut kennenzulernen, dass wir selbstverantwortlich mit ihm umgehen können. So gut, dass wir auch wissen, wann wir tatsächlich zum Arzt gehen müssen! Da ist diese Workshop-Reihe sehr hilfreich. Deshalb habe ich übrigens auch meine Bücher geschrieben: um diese Selbstverantwortung zu fördern!

Herzlichen Dank, Frau Ruge, für das Gespräch!

***

Frau Ruge hat einige populärwissenschaftliche Bücher rund um das Thema Gesundheit geschrieben, darunter eines rund um die Haut. In der Vorbereitung zu diesem Workshop habe ich dieses Buch gelesen und war wirklich beeindruckt über den Mix aus fundierter Information und unterhaltsamer Aufbereitung:

Nina Ruge und Dr. Stefan Duve:
Das Geheimnis gesunder und schöner Haut
Erschienen 2008 bei Gräfe & Unzer

Bei Amazon bestellen

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 30. Oktober 2014, 15:10 Uhr
Kommentare: 4 | Aufrufe: 620 | Kategorie: Beauty, Hautpflege, Interviews | Tags: , , , , ,
 

Manchmal werde ich fast ein wenig sentimental, wenn ich an die Anfänge von Manomama denke. An die ersten Schritte, vor gut vier Jahren. An die Zeiten, in denen sich die kleine Schneiderei noch im selben Gebäude wie die Werbeagentur befand und dort fertigte. Zwei oder drei Mitarbeiter produzierten dort in Klein(st)auflage. Schon damals waren die Kollektionen mit viel Liebe gestaltet, wenn auch noch nicht so perfekt wie heute. Gründerjahre ... Es wurde gelernt, ausprobiert, verworfen. Ich kann mich an eine Tasche erinnern, die mir Sina einmal zeigte. Charmant und ausgefallen war sie – und doch ging sie nicht “in Serie”.

Wickelkleid mit langen Ärmeln aus himbeerroter Baumwolle
Kleid Kornelia aus Baumwolle


Es waren wunderschöne Teile, bei denen man das Herzblut spürte, mit denen sie genäht worden waren. Aus der Zeit hängen noch einige liebgewonnene Teile in meinem Schrank: Zwei Wickelkleider, zwei Wickel-Shirts, ein paar schlichte Basics ... x-mal getragen, x-mal gewaschen, immer noch wie neu.

Feminines Shirt mit weiten Ärmeln aus regionaler Viskose
Oberteil Spes aus (regionaler) Viskose

Ich bin ein wenig stolz darauf, dass ich von Anfang an Manomama geglaubt habe. Auch zu den Zeiten, als viele Sinas Ideen noch als Spinnereien abtaten. Und wenn ich mir die Winter-Kollektion 2014 anschaue, dann macht es mich wirklich glücklich, wie toll sich alles entwickelt hat und was für wunderschöne Mode Manomama heute entwirft und fertigt. Ich freue mich, dass sich das viele Herzblut, das Manomama in das Geschäftsmodell gesteckt hat (und immer noch steckt), gelohnt hat.

Grauer Mantel mit Gürtel aus regionaler Merinowolle
Mantel Gaia aus (regionaler) Merino-Wolle

Und wie schön und elegant auch faire, regionale und umweltschonende Mode sein kann.

Schwarzes elegantes Kleid ohne Ärmel aus regionalem Schurwoll-Walk
Kleid Laetitia aus Schurwoll-Walk

Noch mehr schöne, elegante, ausgefallene, sportive, lässige, extravagante und und und Modelle aus der aktuellen Winterkollektion von Manomama findest du hier!

PS: Ja, dies ist Werbung. Unbezahlt und von ganzem Herzen!

 
Susanne Ackstaller, Mittwoch, 29. Oktober 2014, 06:00 Uhr
Kommentare: 9 | Aufrufe: 733 | Kategorie: Mode, Grüne Mode, Kleidung, Kleider & Röcke, Mantel & Jacke | Tags: , , , , , , , , ,
 

Aveleen Avide. Nicht nur das Pseudonym (eine Premiere bei den Montagsinterviews!) macht dieses Interview für mich zu etwas besonderem. Nein, die ganze Frau ist es. Ich gebe offen zu, dass Aveleens ehrliche und selbstbewusste Antworten mich beeindruckt haben. Ja, ich bin erst fast ein bisschen erschrocken, weil wir Frauen ja oft dazu tendieren uns klein(er) zu machen. Nicht so Aveleen. Gut so!

Ob dieses Selbstbewusstsein daher rührt, dass sie sich – wie der sprichwörtliche Tellerwäscher – hocharbeiten musste: von der Verkäuferin aus einem 150-Seelen-Dorf in der bayrischen Provinz über die Schreibkraft, dann Vorstandssekretärin bis zur erfolgreichen Autorin, Journalistin und Bloggerin, deren erotische Geschichten und Bücher sich in den Bestseller-Listen finden?!



Aveleen Avide, 49. (Foto: Marc Senna)


Dabei begann ihre Karriere als Autorin mit einer .... nunja ... nächtlichen Eingebung. Ich zitiere Aveleen einfach mal:

„Nach einer ziemlich langen dunklen Zeit in meinem Leben kam die Antwort auf meine in Dauerschleife gestellte Frage ‘Was kann ich ändern, damit mein Leben wieder schön wird?’ mitten in der Nacht: Nach ein paar Stunden Schlaf schreckte ich hoch und saß senkrecht im Bett – und da war ganz laut das Wort SCHREIBEN. Ich war so perplex, dass ich mich umsah und laut fragte: „Wie ... schreiben?!“

Heute muss ich selbst über die Situation lachen, vor allem, wenn ich an mein belämmertes Gesicht denke, das ich bestimmt gemacht habe.

Noch in derselben Nacht habe ich das Für und Wider erwogen – und den nächsten Urlaub für die ersten Schreibübungen genutzt. Die erste Geschichte habe ich noch mit Kugelschreiber aufs Papier gebracht. Zwei Wochen habe ich jeden Tag 20 Stunden geschrieben. Und das mit der Hand. Natürlich war es nichts zum Veröffentlichen, aber der Ehrgeiz hatte mich gepackt – und so überlegte ich, wie ich besser schreiben lernen könnte und mit welchem Genre ich vielleicht schneller zum Erfolg kommen würde. Und das war Erotik. Was zuerst eine pragmatische Entscheidung war, hat sich als genau das Richtige für mich herausgestellt.

Danach hat sich alles geändert. Ich habe mich selbständig gemacht, ich wurde selbstbewusster – und mein Leben aufregend.

Das Schreiben hat mein Leben sehr positiv verändert.”

Wow. Das nenne ich mal Lebenslauf! Was sage ich: Lebensgeschichte!



Ob im Kostüm oder (2011) ...


Natürlich wollte ich wissen, wie sie auf ihr klangvolles Pseudonym kam: “Ich wollte etwas einzigartiges, sehr weibliches, ja, auch erotisches, und melodiöses. Und natürlich sollte er mit “A” beginnen, um überall ganz vorne zu stehen.” Wow, das nenne ich strategische Pseudonym-Planung. ;-)

Aber nun zur Mode ...


Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich unterschreibe den Satz „Kleider machen Leute“, daher ist für mich Mode wichtig. Mode unterstreicht den Charakter, stärkt unser Selbstbewusstsein, erfreut uns und verschönert uns, wenn wir es zulassen.

Manchmal ist Kleidung sogar ein Statement. Nicht umsonst gibt es Stilrichtungen wie Gothik, Punk usw.

Eine Freundin sagte mal zu mir: „Aveleen, gestern habe ich eine Frau in der U-Bahn gesehen, erst dachte ich, du bist es. Sie war toll angezogen, aber ich habe überlegt, was doch anders ist. Dann ist es mir aufgefallen: Die Frau war gut angezogen – du aber hast Stil.“ Da war ich erst mal platt.



... im Dirndl (2014): Aveleen mag es feminin. (Foto: Marc Senna)


Ich war schon immer ein modebewusster Mensch. Ich kann auch gar nicht anders, als mich “hübsch” zu machen. Allerdings trage ich die meisten Sachen über zehn bis fünfzehn Jahre. Klar kaufe ich mal einen neuen Pulli zum Rock, mal eine 3/4-Hose zur Bluse oder zum T-Shirt. Dennoch: Sachen, die ich liebe – und das gilt für die meisten Kleider in meinem Schrank –, ziehe ich an, bis sie abgetragen oder völlig aus der Mode sind. Da ich immer weiß, was mir gut steht (ich hatte in meinem ganzen Leben bislang nur drei Fehlkäufe), habe ich auch keinen Ausschuss. ;-)  Das war immer schon so und daran hat sich im Laufe meines Lebens nichts geändert.

Mein Stil hat sich insofern nur verändert, dass ich mittlerweile keine Miniröcke mehr anziehe – dafür fühle ich mich zu alt. Ich habe meinen eigenen Stil und brauche auch nie den Rat einer Verkäuferin. Im Gegenteil, in meinem Leben konnte ich schon viele Menschen beim Einkauf beraten, denn ich dränge ihnen nicht meinen Geschmack und den neuesten Schrei auf, sondern ich kann ihnen empfehlen, was ihren Typ positiv unterstreicht.

Ich kann mich daran erinnern, dass bereits meine Eltern, meine Schwester und mein Bruder mich als Zehnjährige beim Kleiderkauf um Rat fragten, was sie probieren und kaufen sollen, und wenn ich heute beim Einkauf mit dabei bin, ist das immer noch so.


Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert

Von mir gibt es nicht nur kein Foto aus den 70ern mit grauenvoll selbststehenden Jeans und Wabbel-Sweaties – ich trug so etwas einfach nie. Ich weigerte mich Einheitskleidung anzuziehen und mich freiwillig unansehlich zu machen. Was alle anziehen, hat mich tatsächlich noch nie interessiert.



Schon als 19jährige liebte Aveleen weibliche Eleganz. (1984)


Bis Anfang 40 hatte ich zudem ein XS-Figürchen – und hatte bis dahin so gut wie keine Umkleidekabine von innen gesehen. Ich habe die Sachen vor dem Spiegel angehalten und schwupps gekauft, oder eben auch nicht. ;-)

Diese tollen Zeiten sind allerdings vorbei, jetzt muss ich auch in die Umkleidekabine. Jetzt weiß ich auch, wieso mich früher alle Freundinnen beneidet haben. :-)

Ich liebe es elegant oder sportlich-elegant. Aber eben kein Einheitsbrei und kein letzter Modeschrei – jedenfalls keiner, der mir nicht schmeichelt. Diese Sorte Schuhe z.B. bei denen vorne die Schuhspitze nach oben gebogen sind und Ballerinas würde ich tatsächlich NIEMALS im Leben anziehen, egal wie modern sie sind. Für mich müssen es tatsächlich 10-Zentimeter-Absätze sein.



Strahlend: In tiefroter Abendrobe! (2011)


Genauso weiß ich, dass mir bei Schwarz fast alle Stoffarten stehen, ich aber unmöglich in schwarzer Seide, Popeline oder schwarzem Lack und Leder aussehe. Außer der Kragen ist gestrickt oder Wollstoff usw. Ich kann keine Röcke in A-Linie anziehen, die unterhalb des Knies enden. Da sehe ich aus, als wäre ich meine eigene Großmutter. Eine Freundin wollte das nicht glauben, dann war sie beim Shoppen dabei, ich zeigte es ihr und sie sagte nur: „Zieh’ das wieder aus. Es steht dir wirklich nicht.“

Wenn ich die Wahl zwischen Hose und Rock habe, werde ich immer den Rock wählen. Jeans kaufe ich nur alle paar Jahre, also wenn meine alte nun wirklich nicht mehr modern genug ist.


Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Nein. Hatte ich nie. Darüber habe ich mir auch nie Gedanken gemacht und dazu fällt mir auch jetzt nichts ein. Ich weiß und wusste immer schon selbst, was mir steht.

Die einzigen zwei Hollywood-Frauen, die mir auf Anhieb einfallen, die immer passend für ihren Typ angezogen sind und niemals mit Modesünden in die Öffentlichkeit gehen, sind Sandra Bullock und Nicole Kidman. Wenn man das als Vorbilder bezeichnen möchte, dann sind es wohl diese beiden.



Lieber Röcke als Hosen – immer schon. (1987)


Ich hatte schon als Jugendliche meinen eigenen Geschmack, nur musste ich damals halt die Mode von vor zwei Jahren kaufen, weil meine Eltern nicht viel Geld hatten. Aber das war nicht wirklich schlimm, denn auch damals wurde ich auf meine schönen Sachen angesprochen, und wie gut mir diese stehen.


Hast oder hattest du ein Lieblingskleidungsstück?

Zukünftige Lieblingskleidungsstücke erkenne ich bereits beim Einkauf und manchmal leiste ich mir diese Teile dann gleich zweifach.



Ungewohnt: Aveleen in Jeans (2014). Foto: Marc Senna.


Jedes Foto hier zeigt mich mit einem Lieblingskleidungsstück. Deshalb: Danke für die Bitte um Fotos aus der Vergangenheit. Es war richtig schön, in diesen tollen Erinnerung zu schwelgen!


Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Nun, Miniröcke sind passé und auch armlos gehe ich nicht mehr so gerne, besser gesagt, ich vermeide es. Ach, ich denke, als Single und als jemand, der früher für sein Aussehen oft Komplimente bekam, ist das Altern ein wenig schwerer als für jemanden, der gemeinsam mit einem Partner altert.


Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

*lach* Die Hoffnung stirbt zuletzt. :-) Ich glaube an die Möglichkeit moderner Produkte. Nur denke ich, dass da die Hollywoodschönheiten eher den Geldbeutel und aufgrund ihrer Verbindungen auch mehr Wissen haben als ich. ;-)

Aber so lange ich morgens vor dem Spiegel nicht erschrecke, kann ich damit noch sehr gut leben. Und man altert ja Gott sei Dank auch nicht von einer Minute auf die nächste, sondern schleichend. Gestern war man noch 30 und glatt wie ein Babypopo und heute hat man halt wieder ein Fältchen mehr. Oder sind es schon drei mehr? Ich zähle ja nicht meine einzelnen Fältchen.



Wunderschön: Aveleen mit 25! (1990)


Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei Kosmetikprodukte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Meine Wimperntusche “L’Oreal Extra Volume“. Meinen Lippenstift von Essence XXL “Nude Kiss“. Mein Parfüm “Almond Coconut” von Laura Mercier und mein Haarshampoo „Elvital“ (nachdem mein vorheriges aus dem Sortiment genommen wurde, hat es zwei (!!) Jahre gedauert, bis ich wieder eines gefunden hatte, das für meine Haare passt ...).

Uuups, das sind jetzt vier.


Wenn du dir ein (noch nicht existierendes) Produkt von der Kosmetikbranche wünschen dürftest: Welches wäre das?

Da bin ich sehr simpel gestrickt ;-): Bitte ein Produkt, das Falten tatsächlich mildert. Bussi. Danke. ;-)



Die Rockerbraut! Huch. ;-) (1990)


Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Nein. Ich probiere mich halt durch die Hautcremes und hoffe immer auf was Besonderes. ;-) Was ich zwischendurch mache: Hyaloron mit Hilfe eines Ionen-Gerätes in die Gesichtshaut einzumassieren. Als ich das mal über längere Zeit angewendet hatte, meinte meine Cousine zu mir: „Du hast so schöne Haut. Machst du etwas?“ Aber das ist jetzt schon wieder eine Zeit her. Könnte ich mal wieder anwenden!


Was würdest du in Sachen Schönheit gerne mal ausprobieren?

Ohja! Ich würde mal gerne blonde Haare haben. Denn ich würde gerne wissen, warum die Männer so auf blonde Frauen abfahren und das würde ich gerne mal an mir selbst austesten.



Mädchenhaft! Und auch ein bisschen märchenhaft ...(1992)


Falsche Wimpern, falsche Haare, so stark geschminkt, dass man sich selbst nicht mehr erkennt, all das ist nichts für mich. Ich wollte noch nie etwas zum Verschönern verwenden, bei dem meinem Gegenüber das Kinn herunterfällt, wenn man sich abgeschminkt hat. Ich will nicht angemalt aussehen, sondern nur die Vorteile der Kosmetikindustrie nutzen, und zwar so natürlich wie möglich.


Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

“Was immer du meinst oder glaubst, tun zu können, beginne es. Handeln enthält Magie, Anmut und Kraft.”
(Johann Wolfgang von Goethe)


Danke, liebe Aveleen, fürs Dabei sein, danke für diese spannende Lebensgeschichte und danke für dein unnachahmliches Selbstwusstsein!

***

Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick

 
Susanne Ackstaller, Montag, 27. Oktober 2014, 06:00 Uhr
Kommentare: 12 | Aufrufe: 786 | Kategorie: Frauen ab 40/50/60, Interviews | Tags: , , , , , , , ,
 

Seit ich mit 13 zum ersten Mal in Großbritannien war, begleitet mich eine tiefe Liebe zu englischen Scones. Der Haken: Zum Nachmittagstee nach England fliegen geht auf Dauer ein wenig ins Geld. Ein zweiter Haken: Ich kann sie nicht selber backen, weil ich nicht backen kann*.

Aber ich wurde erhört: Bei den Backschwestern gibt es eine Backmischung für Scones**. Und diese hat selbst meinen “Backkünsten” widerstanden und die wunderbarsten leckersten lockersten Scones hervorgebracht. Gut, natürlich habe ich vergessen, die Scones wie angegeben vor dem Backen mit Milch zu bepinseln. Aber selbst das hat sie nicht davon abgehalten zu gelingen. Tapfere kleine Kerlchen!


Echt englische Scones – mit Backmischung selbstgemacht
Scones! Very british und fast ganz allein selbstgemacht – mit winziger Unterstützung der Backschwestern!

Was soll ich sagen: Es sind die besten Scones ever! Wie in England! Und so einfach! So einfach, dass selbst Susi sie backen kann! (Das wäre mal ein Werbespruch!:-))

Deutlich komplizierter war die Clotted Cream: Dazu gibst du 2 Becher Sahne in eine möglichst flache Pfanne, lässt die Sahne bei niedrigster Temperatur simmern, bis sie eine Haut oder noch besser eine leichte Kruste kriegt. Diese schöpfst du dann ab. Und wartest danach auf die nächste Kruste. Ja, das dauert. Ich habe bei dem Prozedere locker einen Spielfilm plus drei Folgen Homeland angeguckt. Danach stellst du das Töpfchen über Nacht in den Kühlschrank. Und am nächsten Morgen: Good morning, Clotted Cream, my dear!

Die Scones sind mittlerweile übrigens aufgegessen (du musst dich also gar nicht mehr auf den Weg machen). Zum Lunch. Ja, man muss die Scones eben essen wie sie fertig werden.


*Ich vergesse grundsätzlich mindestens eine von vier Zutaten, selbst simpelste Rührkuchen misslingen mir (“Damit kann gar nichts schiefgehen!” – haha!) oder ich vergesse das Einfetten und der Kuchen will nicht aus der Form. Oder oder oder. Es ist eine schier endlose Kette an Missgeschicken ...

**Danke, Andrea, für das Päckchen! <3

 
Susanne Ackstaller, Sonntag, 26. Oktober 2014, 13:59 Uhr
Kommentare: 3 | Aufrufe: 459 | Kategorie: Lifestyle, Essen & Wohnen | Tags: , , , , ,
 
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