mode-lifestyle
 

* Auch wenn ich immer noch das meiste neu kaufe: Kleidung aus zweiter Hand hat auf mich eine ganz besondere Faszination. Es schwingt doch immer ein Hauch von “Geschichte” mit, wenn man etwas trägt, das bereits woanders und mit jemandem anderen unterwegs war. Offensichtlich geht es nicht nur mir so, denn mittlerweile gibt es im Internet eine Vielzahl von Second-Hand- bzw. Vintage-Shops. Wer nun auf der Suche nach etwas bestimmtem ist, der muss jetzt nicht mehr jeden Shop einzeln abklappern, sondern kann die Vintage-Suchmaschine catchys nutzen. Klingt praktisch!


Vintage-Pumps von Prada

Vintage-Pumps von Prada. Leider zu klein – hat jemand Interesse? ;-))


* Dass wir alle viel zu viel Plastik verwenden, wissen wir. Wie schädlich dieses viele Plastik für unsere Welt ist, wissen wir auch. Und trotzdem fällt es uns schwer, auf Plastik zu verzichten. Gleich zwei neue Blogs beschäftigen sich mit diesem Thema: Kein Plastik mehr. Irgendwo muss man ja anfangen ... und Grüner wird’s (n)immer?! Auf dem Weg zu weniger Müll.

* Viele Frauen sind auf Dauer-Diät. Ständiges Kalorienzählen gehört so sehr zu unserem Leben, dass es uns teilweise gar nicht mehr auffällt. Die Gründe: Schlank ist schön. Schlank ist gesund! Zumindest über den zweiten Grund würde wohl niemand diskutieren. Bis jetzt. Denn: Ob Schlanke wirklich gesünder sind bzw. Dicke so viel ungesünder – damit beschäftig sich das Buch Body of Truth* der Amerikanerin Harriet Brown. Und nicht nur damit: Sie hinterfragt auch das Gesundheits- und Diät-Business als Ganzes. Der Krautreporter hat darüber geschrieben: Du bist nicht zu fett!


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Susanne Ackstaller, Dienstag, 30. Juni 2015, 09:43 Uhr
Kommentare: 6 | Aufrufe: 398 | Kategorie: Meinungen, Kurznachrichten | Tags: vintageumweltplastikkurznachrichtengesundheitdienstagsschnipseldiät
 

Anja Weiligmann kenne ich schon fast ein ganzes Internet lang. Und seit fast drei Jahren – im Grunde seit ihrem 40. Geburtstag – bitte ich sie in regelmäßigen Abständen um ein Montagsinterview. Tja, man muss auch Geduld haben können, ne? :-) Erst mit ihren Antworten auf meine Interviewfragen habe ich den Grund für ihr Zögern erfahren: Sie wäre doch so unspektakulär. Interessanterweise höre ich genau diesen Einwand ständig: „Wieso ich? Ich bin doch so uninteressant! Und überhaupt habe ich doch gar nichts zu erzählen!“ Wie langweilig, fad und uninteressant all diese Frauen sind beweist ja der Erfolg dieser Serie: nämlich kein bisschen.

Endlich also auch Anja Weiligmann, die ich zu den spannendsten Frauen und den erfolgreichsten Übersetzerinnen in meinem Umfeld zähle. Dabei hatte alles mal ganz gediegen mit einem Lehramtsstudium (Mathematik und Englisch) begonnen – bis Anja ihre Leidenschaft und ihr Talent fürs Übersetzen entdeckte. Heute übersetzt Anja zum Beispiel Stephen King („Es” und „Christine”), aber auch Filme, Fernsehserien und Computerspiele. Boah! Ja, so spannend kann also langweilig sein. ;-)))


Anja Weiligmann (Heppelmann)

Anja Weiligmann, 43. (Foto: Verena Neuhaus)


Zur Entspannung vom beruflichen Grusel *g* lebt Anja mit Mann und Hund auf platten Münsterland. Das Landleben tut ihr mehr als gut – wie man ganz offensichtlich sieht! :-)

Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich würde sooooo gerne schreiben, dass ich eine modische Rebellin war, mich immer anders gekleidet habe als andere, oft aufgefallen bin und darauf gepfiffen habe, was andere von mir dachten. Aber das wäre gelogen. ;-) Ich war nie rotzcooler Punk oder weltschmerziger Goth oder engagierter Öko. In den 80ern war ich eher Popper (weil es im Freundeskreis irgendwie alle waren) mit den obligatorischen Vanillahosen, Lederschlips und Kurzhaar-Seitenscheitel.


Anja – in Hellgrau und mit Halsband

Farbwechsel: spannendes Hellgrau! (1998)


Während meines Studiums, ab Anfang 90er, würde ich meinen Kleidungsstil am ehesten als das bezeichnen, was man in der Musik „mainstream” nennt: unauffällig und eher langweilig – die Farbwahl spielte sich in dezenten Schattierungen von Weiß, Hellgrau, Dunkelgrau, Hellschwarz und Dunkelschwarz ab. Meistens aber Tiefschwarz. Und natürlich mit den obligatorischen Plateauschuhen. In der Zeit habe ich nie etwas anderes getragen.


Anja mit Dauerwelle

Todschick mit Dauerwelle! (1991)


Von Mitte der 80er bis Anfang der 2000er hatte ich tatsächlich eine Dauer-Dauerwelle – erst kurz, dann lang – und fand mich damit todschick. Zwischendurch trug ich sogar mal Rastas, was ich in einer Stadt wie Paderborn schon recht mutig fand. Vielleicht war ich ja doch eine kleine Rebellin?

Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert – und warum?

Heute liebe ich es sportlich und praktisch, die Vorliebe für gedeckte Farben ist aber geblieben. Früher habe ich mich sehr weiblich und körperbetont gekleidet, eher schick mit hohen (Plateau-)Absätzen. Ich brezle mich auch heute noch auf, wenn ich ausgehe, aber das kommt eben nicht mehr so häufig vor wie früher.

Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Ich bin natürlich ein Kind der 80er. Modische Vorbilder hatte ich nicht wirklich, da ich nie mutig genug gewesen war, um mich etwa wie Madonna oder Cyndie Lauper zu kleiden. Ich mag Frauen, die modisch aus dem Rahmen fallen, bunt sind, mutig sind, das finde ich viel schöner als austauschbare Abziehbilder, die einem sich ständig ändernden Ideal entsprechen.

Hast oder hattest du ein Lieblingskleidungsstück?

Ja, das Polyesterfell-Dingsi, das ich auf diesem Foto trage:


Anja mit Felldingsi

Das „Felldingsi” (1999)


Ich kann dir nicht mal sagen, warum, aber ich hab’s geliebt und zu jeder zweiten Party getragen. Andererseits – als Studentin ist man ja auch chronisch blank und hat nicht allzu viel Auswahl im Kleiderschrank, vielleicht lag es auch einfach daran. Aber irgendwie habe ich mich in dem Ding mondän gefühlt.

Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ich schminke mich nicht mehr jeden Tag, während ich früher ungeschminkt nicht mal zum Bäcker gegangen wäre. Irgendwann haben sich bei mir die Prioritäten verschoben, die Zeit, die ich sonst morgens vorm Spiegel verbracht habe, verbringe ich inzwischen lieber mit meinem Hund im Wald. Ich glaube schon, dass es etwas mit dem Älterwerden zu tun hat. Heute habe ich das Selbstbewusstsein, das ich als Teenie oder auch Anfang des Studiums gerne gehabt hätte. Was nicht heißt, dass ich Kritik an meinem Aussehen einfach so wegstecke. Aber ich habe gelernt, dass ein Mensch sich nicht durch sein Äußeres definiert bzw. definieren lässt.

Früher bin ich beim Ausgehen recht häufig von Männern angesprochen und nach meiner Telefonnummer gefragt worden. Das ließ so ab Anfang der 30er nach, woran ich zuerst ziemlich zu knabbern hatte. Heute gehe ich aus, um mit Freunden eine schöne Zeit zu haben, und nicht, um mir Bestätigung zu holen. Wenn mir heute jemand sagt, dass er vielleicht meinen Humor mag oder meine Meinung wertschätzt, gibt mir das viel mehr, als wenn ich Komplimente für mein Aussehen bekommen würde. Äußere Schönheit ist vergänglich, innere Schönheit nicht. Und innere Schönheit finde ich viel schwieriger zu erreichen als äußere Schönheit.

Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Ich rede mir ein, an die Möglichkeiten moderner Produkte zu glauben, weiß aber, dass es im Prinzip größtenteils Humbug ist. Ich kann mich immer noch stundenlang in der Drogerie vor dem Regal mit den Schminksachen aufhalten, Lippenstifte ausprobieren, Lidschatten angucken, Nagellacke bestaunen. Ich benutze diese Produkte aber nicht mehr jeden Tag.


Anja mit Rasta-Locken

Rastalocken! (1995)


Natürlich bin ich auch Werbe-Opfer und kaufe mir die Creme, die strahlend schön macht, aber im Prinzip gibt es nur zwei Kategorien von Cremes für mich: teuer und nutzlos oder billig und nutzlos. Ich kann mich von diesen Werbeversprechen aber trotzdem immer noch nicht freimachen. ;-)

Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Zahnpasta und Seife gibt es im Hotel. Auf welche drei (Kosmetik-)Produkte kannst du keinesfalls verzichten und kaufst sie sofort ein?

Ich liebe die BB Cream von L’Oréal, weil sie deckt, ohne maskenhaft zu wirken. Dann würde ich mir einen Kajal in Braun und Wimperntusche in Schwarz kaufen. Marken sind mir dabei egal.

Wenn du dir ein (noch nicht existierendes) Produkt von der Kosmetikbranche wünschen dürftest: Welches wäre das?

Ich glaube, ich würde mir ein Produkt wünschen, das meine Haare nicht grau werden lässt. Das ist wirklich das Einzige, was mich an mir nervt. Wenn ich nicht färben lassen würde, wäre ich inzwischen schon grau, und dafür fühle ich mich einfach noch zu jung – zumal ich mich innerlich wie 30 fühle. 40 ist ja auch bekanntlich das neue 30. ;-)


Anja Weiligmann 2015

Wunderschön! (2014)


Und ich würde gerne auf meine Brille verzichten können … Ausgeprägte Kurzsichtigkeit mit zunehmender Alterssichtigkeit ist leider eine sehr ungünstige Kombination, was Kontaktlinsen angeht.

Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Kein wirkliches Schönheitsgeheimnis, eher eine Feststellung: Wer glücklich ist, ist schön.

In meinen 30ern gab es eine Zeit, da war ich kreuzunglücklich, und wenn ich mir Fotos aus dieser Zeit ansehe, sieht man mir das auch an. Auch Freunde haben mir oft gesagt, wie traurig ich wirke.

Dann lernte ich meinen Mann kennen und ab da strahle ich tatsächlich fast auf jedem Bild. Ich denke, das ist das ebenso einfache wie schwierige Geheimnis der Schönheit.

Was würdest du in Sachen Schönheit gerne mal ausprobieren?

Ich würde mich gerne mal von einem professionellen Make-up-Artist schminken und mir von einem Starfriseur die Haare schneiden lassen. Und dann gucken, ob das wirklich so viel ausmacht.

Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Ein Lächeln ist die schönste Art, dem Leben die Zähne zu zeigen.

Liebe Anja, vielen Dank fürs Dabei sein! Und übrigens: Ich war während meiner Jugend auch gänzlich unauffällig – ich hatte noch nicht mal eine Rastalocken-Phase! Du bist also nicht allein! ;-)

***
Mehr spannende Interviews mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick.

 
Susanne Ackstaller, Montag, 29. Juni 2015, 06:00 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 733 | Kategorie: Meinungen, Frauen ab 40/50/60, Interviews | Tags: übersetzerinschönheitmontagsinterviewmodeinterviewfrauen ab 40fashionbeautyanja weiligmannälter werden
 

Wenn es einen Shop gibt, den ich fast so sehr liebe wie Boden, dann ist das Anthrophologie. Ich mag diesen Mix aus schlicht und verspielt, den Hauch von Vintage ... Gott sei dank sind mir die Klamotten dort alle durchwegs zu klein. Dafür sind die Taschen umso verführerischer, vom Schmuck mal ganz schweigen. Eine Katastrophe! Also: eine finanzielle. Andererseits: Irgendwie muss ich ja das bisschen, das ich mit diesem Blog einnehme, dem Wirtschaftskreislauf ja auch wieder zuführen. Das ist nur fair. Finde ich.

Heute also diese Tasche. Sie hat sich mir quasi aufgedrängt. Kaum hatte ich die Seite geöffnet, war sie auch schon da.

Glitzer-Clutch von Anthropologie

Glitzer-Clutch aus dem Antrophologie-Sale.*


Damit ich nun nicht alleine ihren Reizen widerstehen muss, dachte ich mir, ich zeige sie dir. Bin mal gespannt, wie ausgeprägt deine Widerstandskraft ist. Lass uns gemeinsam stark sein, ja? (Oder auch nicht. Der Wirtschaftskreislauf will ja auch gefüttert werden, ne? Seufz.)

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Susanne Ackstaller, Sonntag, 28. Juni 2015, 07:30 Uhr
Kommentare: 1 | Aufrufe: 243 | Kategorie: Mode, Accessoires , Taschen | Tags: taschehandtascheclutchanthropologieaccessoire
 

Unser Leben ist schneller geworden. Hektischer. Unruhiger. Während man (ich!) früher abends die Beine hochlegt, auf der Couch ein Buch las, zur Ruhe kam, ist man heute bei Facebook, Twitter oder Instagram unterwegs. Oder schreibt noch ein kleinen Blogpost, arbeitet noch eine Runde, chattet auf Skype, whatsapp, threema.

Wir sind immer auf Sendung und immer auf Empfang. Immer on the road, ständig on the run (ja, das darfst du ruhig in seinem doppelten Sinn verstehen).

Gestrandet. Von Ruth Frobeen.

Gestrandet. Von Ruth Frobeen. (Die ganze Serie findest du hier).

Und irgendwann sind wir erschöpft. Ausgebrannt. Von der ständigen Präsenz. Vom ewigen Busybusy. Auch von dem Wunsch, immer das Beste zu geben. Ich habe erst kürzlich darüber geschrieben, ebenso Valèrie von Life40up. Ruth hat ihre Erschöpfung in wunderbare Fotos gepackt. Und hier noch die Geschichte zur Erschöpfung und zu ihrer Genesung aufgeschrieben.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein erholsames Wochenende! Und mir auch. Ich klapp’ das Gerät jetzt zu, freue mich aufs Grillen heute Abend und auf ein gutes Buch danach.

Und: Danke, Ruth, für diese Bilder! Sie sind ein Geschenk!

 
Susanne Ackstaller, Samstag, 27. Juni 2015, 14:21 Uhr
Kommentare: 0 | Aufrufe: 437 | Kategorie: Lifestyle, Leben | Tags: ruth frobeengestrandetfotografieerschöpfungalltagspoesie
 

Ich würde mich nicht als Feministin bezeichnen – aber dass Frauen dieselben Rechte wie Männer haben (sollten) war mir immer schon ein Anliegen. Und immer schon habe ich diese Rechte auch eingefordert. Als Gymnasiastin galt ich bei meinen Klassenkameraden als „Emanze“, weil ich nicht dem gefälligen Mädchen-Ideal entsprach, mich schon damals hinaus in die weite Welt träumte, ambitionierte Pläne hatte – und gerne diskutierte. Später waren Kinder plus Karriere für mich selbstverständlich – wenn auch nicht einfach durchführbar. Als Gemeinderätin war ich bei Amtsantritt im Jahr 2002 eine von zwei Frauen im vierzehnköpfigen Gremium. Zwischenzeitlich waren wir immerhin schon mal vier. Im Grunde verstehe ich bis heute nicht, warum wir Frauen für Gleichberechtigung kämpfen müssen – eigentlich sollte sie doch selbstverständlich sein. Und vor allem sollte jeder Mensch diese Selbstverständlichkeit begreifen, ja, anerkennen! Dass dies nicht so ist, ist mir bei der ganzen Gleichberechtigungsdebatte das allergrößte Rätsel.

Vor diesem Hintergrund hat mich ein Kommentar (auf Facebook) kürzlich ein wenig geschockt. Ich gebe ihn mit meinen Worten wieder: Ob es nicht schrecklich unemanzipiert und rückständig sei, Frauen in meinen Montagsinterviews auf Mode und Schönheit zu reduzieren. Ob diese Reihe damit nicht jedem Klischee entspräche. Und was für ein (schlechtes) Vorbild dies für Mädchen und junge Frauen von heute sei!



Eine kleine Porträtauswahl (per Zufallsgenerator) aus fast drei Jahren mit Montagsinterviews.

Natürlich habe ich argumentiert: Dass Texterella nun mal ein Mode- und Lifestyle-Blog ist. Dass ich Frauen nicht reduziere, sondern einen Aspekt ihres Lebens beleuchte. Und dass sich auch emanzipierte Frauen und Feministinnen meines Erachtens für Mode und Schönheit interessieren dürfen. Ich zumindest will nicht (nur) für Männer schön sein, sondern in erster Linie für mich selbst.

Trotzdem, die Kritik saß. Der Stachel auch. Mir fiel das herablassende „Achso, das ist ja ein Modeblog!“ einer bekannten deutschen Internet-Influencerin ein, als es irgendwo um Texterella ging. Mir fielen die vielen Blogs meiner Kolleginnen ein, die sich um wichtige(re) Themen drehten. Und ich fragte mich, warum nicht auch ich ein Blog schrieb, in dem es um mehr ging als um Mode, Schönheit, Lifestyle. Warum schrieb ich nicht über Politik, über Feminismus – oder wenigstens über nachhaltigen Lifestyle?

Ich habe die letzten Tage viel über dieses Thema nachgedacht, und bin damit immer noch nicht fertig. Aber ich denke, ich schreibe dieses Blog (auch), um genau eines zu beweisen: dass wir Frauen alles haben können. Dass wir vielschichtig sind. Dass wir Klischees sprengen. Dass wir emanzipiert sein – und zugleich Mode mögen können. Dass wir keine lila Latzhosen mehr brauchen, um unsere Haltung zum Thema Gleichstellung zu beweisen. Dass Schönheit und Attraktivität etwas ist, was für uns selbst wollen – nicht für irgendwelche Männer.

Texterella mag kein feministisches Blog sein. Aber es ist auch kein anti-feministisches. Ich will mich und natürlich auch meine Leserinnen einfach nicht auf ein Entweder-oder reduzieren lassen. Weil ich glaube, dass es funktioniert, beides zu sein und beides zu haben. Das Streben nach Gleichberechtigung und das Interesse an den klassischen „weiblichen Themen“ wie Mode und Kosmetik sind für mich kein Widerspruch.

Was mir bei all dem wichtig ist: Zu zeigen, dass es eben nicht nur die eine Schönheit gibt. Nicht nur die Schönheit, wie sie Frauenmagazine zeigen, oder GNTM. Dass Schönheit keine Frage des Alters ist, und keine der Figur, des Hautzustands oder der Haarfarbe. Sondern dass Frauen dann schön sind, wenn sie zufrieden sind mit sich und ihrem Leben.

Und damit schließt sich der Kreis: Denn Zufriedenheit und Glück haben ganz viel mit Selbstbestimmung und mit Gerechtigkeit zu tun, und damit auch mit Gleichberechtigung.

Vor diesem Hintergrund dürfen die Frauen, die in meinen Montagsinterviews zur Sprache kommen, durchaus als Vorbilder gelten. Gerade auch für Mädchen und junge Frauen. All diese Frauen sind selbstbestimmt ihren eigenen Weg gegangen und blicken auf erfüllte Jahrzehnte zurück. Sie gestalten ihr Leben und sind mit sich im Reinen. Alle sind sie ganz unterschiedlich, aber jede einzelne ist wunderschön. Dabei ist es egal, ob sie groß oder klein, dick oder dünn, blond, brünett oder grauhaarig sind. Ob ihre Haut glatt ist oder faltig. Kurz: Sie zeigen, dass Schönheit so viel mehr ist als photogeshoppte Werbegesichter und dass Mode Individualität bedeutet, und nicht nur trendigen Einheitsbrei.

Und genau das macht mich dann doch fast ein wenig stolz. Denn hier, auf Texterella, geht es nicht nur um seichtes Einerlei, sondern um Leben in seiner selbstbestimmten Eigenart und Schönheit in ihrer Vielfalt. Und wenn man hier die Definition von Feminismus liest, dann ist Texterella vielleicht doch ein feministisches Blog. Nicht nur, aber auch.

Ergänzung vom 28. Juni:

Ebenfalls über das Thema Feminismus schrieben:
- A Hemad und a Hos
- Fabforties (Buchempfehlung)

 
Susanne Ackstaller, Donnerstag, 25. Juni 2015, 10:42 Uhr
Kommentare: 16 | Aufrufe: 875 | Kategorie: Lifestyle, Leben, Meinungen
 
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