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Ostern ist doch erst morgen!

Ich wünsch’ euch trotzdem schon mal Frohe Ostern! Sucht fleißig, nascht viel Schokoladeneier, genießt die Sonne und habt es fein!

(Und vielen Dank an La Biosthetique für die leckere Osterüberraschung! :-)

 
Susanne Ackstaller, Samstag, 19. April 2014, 17:10 Uhr
Kommentare: 1 | Aufrufe: 223 | Kategorie:
 

Gründonnerstag! Da wird nicht nur was Grünes gegessen, sondern auch was Grünes gebloggt. Zumindest bei texterella (schließlich bin ich eine katholische Bloggerin! ;-)).

Dieses Maxi-Seidenkleid in Frühlingsfarben ist mir bei Hess Natur begegnet:

Ja, in diesem Kleid* würde ich auch gerne Ostereier suchen gehen …

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Susanne Ackstaller, Donnerstag, 17. April 2014, 17:57 Uhr
Kommentare: 2 | Aufrufe: 348 | Kategorie: Mode, Grüne Mode, Kleidung, Kleider & Röcke | Tags: , , ,
 

Nächstes Wochenende ist Ostern – und dann endet die Fastenzeit, die für mich in diesem Jahr besonders spannend war, denn ich habe verschiedene Fastenmethoden ausprobiert. Ein Fazit dazu wird es nächste Woche geben.

Für die letzte Woche hatte ich mir veganes Fasten vorgenommen. Der Auslöser dafür war unter anderem mein letzter Geburtstag, bei dem ich einen Gast hatte, der sich seit ein paar Jahr vegan ernährt: Annette Jarosch, eine textende Kollegin, die ihr bereits von ihrem Montagsinterview kennt. Als sie mir vor der Party erzählte, dass sie vegan isst, ging es mir so wie ihr mit dem unten zitierten veganen Silvestermenü: “Hilfe, was koche ich denn da?” Besonders weil ja nicht nur Annette anwesend war, sondern eine ganz buntgemischte Kolleginnenrunde mit ganz unterschiedlichen Essenvorlieben. Aber anders als befürchtet – bis dahin hielt ich Veganer für leicht abgedrehte Ernährungsfundamentalisten – erwies sich Annette als absolut unkompliziert, aß an dem Abend einfach vegetarisch und hatte auch keinerlei Missionierungsdrang. :-D


Annette Jarosch liebt Tiere und ernährt sich seit Ende 2011 vegan. (Foto: Stefanie Grewel)

Das hat mich neugierig gemacht. Auf veganes Essen, auf “veganes Leben” und auf das “Warum überhaupt?”. Deshalb habe ich Annette ein paar Fragen gestellt.

Und sie hat mir auf ihre unnachahmlich pragmatische, aber zugleich leidenschaftliche Art Rede und Antwort gestanden ...


Seit wann ernährst du dich vegan? Wie hast du dich vorher ernährt?

Bis 2011 war ich ein “Allesesser”, wie die meisten Menschen. Fleisch und vor allem Fisch und Meeresfrüchte haben mir bis dahin bestens geschmeckt. Ich habe zwar schon immer viel und gern Gemüse gegessen, aber eben auch alles Mögliche vom Tier, außer Innereien. Wobei ich schon lange ein latent schlechtes Gefühl hatte, wenn ich einen Tiertransporter oder eine Doku über die Massentierhaltung gesehen habe, weil ich ja wusste, dass die Tiere nur für unseren Genuss sterben müssen. Doch das habe ich einfach (viel zu lange) erfolgreich verdrängt. Und dann kam der Tag, der alles veränderte!


Selbstgekocht (!!): Kürbisstampf mit Rahmwirsing.


Was war der Auslöser?

Zu Silvester 2011 hatten wir Freunde eingeladen, von denen wir zum Zeitpunkt der Einladung nicht wussten, dass sie sich seit Kurzem vegan ernährten. Meine erste Reaktion, als ich es erfuhr, war: “Oje, was kochen wir denn da, die dürfen ja gar nichts essen!” Heute muss ich darüber lachen, aber damals haben wir erst mal im Internet nach einem silvestertauglichen veganen Menü gesucht. Das gelang uns dann auch und ich war angenehm überrascht, wie lecker es war!

Wirklich zum sofortigen Umstieg bewegt hat mich dann kurze Zeit später das Buch “Anständig essen” von Karen Duve*. Die Journalistin machte ein Jahr lang einen Selbstversuch, bei dem sie probeweise zur Bio-Käuferin, zur Vegetarierin, Veganerin und Frutarierin wurde. Mit oft knochentrockenem Humor und angereichert mit vielen wissenswerten Fakten war das genau der richtige Mix, der mich dazu bewogen hat zu sagen: “Ich will mit diesem System unserer Fleisch- und Milchindustrie nichts mehr zu tun haben.”

Hat sich dein Leben durch den Umstieg verändert?

Durchaus. Ich habe begriffen, dass ich bisher Leichenteile gegessen habe. Und ich habe erstmals die globalen Auswirkungen unserer Ernährung auf die Gesundheit, die Umwelt, das Klima, den Welthunger sowie die Tier- und Menschenrechte verstanden. Wenn ich weiß, dass die Herstellung eines Kilos Rindfleisch rund 15.000 Liter Wasser braucht, im Vergleich zu einem Kilo Brot, das nur 1,3 Liter Wasser zur Herstellung benötigt, beunruhigt mich das. Die “Nutztiere” sind durch den Ausstoß von Treibhausgasen wie Methan und CO2 – noch vor dem Autoverkehr – der Hauptverursacher der Erderwärmung. Und wenn ich weiß, dass etwa ein Drittel der weltweiten Getreideproduktion an Tiere verfüttert wird, während gleichzeitig jede Sekunde ein Mensch an Hunger stirbt, dann kann mich das nicht kalt lassen.


Mais-Paprika-Muffin mit Kräutercreme.

Bei diesen Tatsachen verstehe ich immer weniger, wie vor allem Eltern untätig bleiben können. Denn unsere Kinder oder spätestens unsere Enkel werden uns fragen: “Warum habt ihr nichts dagegen getan?” Und dann kann keiner sagen: “Das haben wir nicht gewusst!” Das Internet ist voll mit Infos. Und jeder Verbraucher trifft beim Einkaufen die Entscheidung, in welcher Welt er leben will.

Was sich aber vor allem verändert hat, ist meine Sicht auf Tiere. Ich sehe sie als “vollwertige” Lebewesen, die ebenso Gefühle haben wie wir. Das wird besonders deutlich, wenn man sich das unwürdige Leben der Milchkühe anschaut. Kaum einer denkt daran, dass Kühe nur dann Milch geben, wenn sie ein Kälbchen geboren haben. Also müssen sie dauerschwanger sein und ihr Kalb wird ihnen sofort nach der Geburt weggenommen, damit es nicht die Milch trinkt. Wenn man dann sieht, wie Mutter und Kind voller Trauer nacheinander rufen und dabei echte Tränen weinen – spätestens dann muss doch jedem halbwegs empathischen Menschen das Herz aufgehen

Dabei sind die “Aufreger-Themen” endlos, vom gefährlichen Antibiotika-Einsatz in den Ställen bis zu 90 Milliarden Euro EU-Subventionen, mit denen jährlich europaweit die Massentierhaltung gefördert wird etc. Eine sehr gute ARTE Dokumentation, die die globalen Zusammenhänge deutlich macht, ist auf Youtube unter dem Titel “Nie wieder Fleisch?” zu sehen. Ich kann sie wirklich empfehlen für jeden, der bereit ist, mal über seinen Tellerrand raus zu schauen.


Hat vegane Ernährung Auswirkungen auf Gesundheit, Schönheit, Wohlbefinden?

Ich kann ungelogen behaupten, dass ich gesünder bin und mich wohler fühle, als je zuvor in meinem Leben. Ich hatte früher immer Probleme, mein Gewicht zu halten und habe schnell zu-, aber schwer abgenommen. Das ist vorbei. Ich habe völlig ohne Mühe ein paar Kilo abgenommen und halte das Gewicht problemlos. Extrem verändert hat sich auch, dass ich viel wacher und energiegeladener bin. Früher hatte ich um die Mittagszeit oft einen Durchhänger und das Bedürfnis nach einem Mittagsschlaf. Das ist komplett vorbei. Ich schlafe auch nachts weniger. Meine Haut, die früher öfter zu Pickeln neigte, ist vor allem durch das Weglassen der Milchprodukte deutlich besser geworden!

Das Beste ist allerdings mein mentales Wohlbefinden aus dem guten Gefühl heraus, dass ich wohl kaum an ernährungsbedingten Krankheiten wie einem zu hohen Cholesterinspiegel, Krebs, Herzkrankheiten, Bluthochdruck, Diabetes, Alzheimer etc. erkranken werde. Und dass für mich kein Tier mehr leiden und sterben muss. Ich leiste mit meiner Ernährungsweise einen kleinen, aber wichtigen Teil “für eine etwas bessere Welt”. Denn die Erde ist rund, es kommt alles zurück.


Hattest du anfänglich Problem?

Es war nur eine einzige Entscheidung und die Umstellung war einfacher, als ich anfänglich dachte! Wobei mir schnell klar war, dass ich nicht einfach die tierischen Bestandteile in der Nahrung weglassen kann, denn ich brauche ja Nährstoffe aus anderen, pflanzlichen Quellen. Anfänglich durfte ich deshalb etwas Zeit investieren, um Neues auszuprobieren, was aber auch sehr spannend war. Denn ich habe ganz neue Nahrungsmittel entdeckt, die ich vorher nicht kannte und die mir eine ganz neue kulinarische Welt eröffnet haben. Dazu gehören z. B. Amaranth, Quinoa, Seitan, Tofu, Soja-Burger, Hanf- und Chia-Samen, Green Smoothies und vieles mehr. Vieles hole ich im normalen Supermarkt, im Biomarkt und im Reformhaus oder in den beiden veganen Supermärkten in München. Oder ich bestelle es im Internet. Und ich habe mir natürlich ein paar tolle vegane Koch- und Backbücher zugelegt, von denen es inzwischen zum Glück sehr viele gibt. Und was die “Probleme” angeht, so war das in erster Linie die Herausforderung, mein nächstes Umfeld davon zu überzeugen, dass mein Entschluss zum Umstieg felsenfest steht und kein kurzfristiges Hirngespinst ist!

Wie verhältst du dich, wenn du irgendwo zu Gast bist – und der Gastgeber kein Veganer ist?

Meine Freunde wissen das natürlich und bieten meist von sich aus eine (zumindest) vegetarische Variante an, wenn sie nicht sowieso schon aus Überzeugung selbst vegan kochen. Leute, die es nicht wissen, informiere ich vorher und biete an, für mich etwas mitzubringen, z. B. beim Grillen. Ich nehme dann meist etwas mehr mit, damit jeder mal probieren kann, und die meisten sind überrascht, wie gut die Alternativen schmecken. Und falls in Restaurants gar nichts veganes auf der Karte steht, dann frage ich, was der Koch für mich machen kann. Oder ich wähle zur Not etwas vegetarisches, da bin ich dann ausnahmsweise nicht so oberkleinlich.


Polentakuchen.

Welche Empfehlungen hast du für Umsteiger?

Wer den Umstieg nicht so radikal vollziehen will wie ich, ersetzt erst mal nach und nach jede zweite Fleisch- oder Fischmahlzeit durch ein vegetarisches oder veganes Gericht und testet so, was schmeckt und vielleicht auch gleich bei der Familie gut ankommt. Es gibt zwei Strategien, die z. B. bei Kindern und/oder Ehepartnern erfolgreich sind: Einfach sehr lecker vegan kochen, ohne es überhaupt zu thematisieren. Oder die Beteiligten – und das ist die harte, aber meist auch sehr wirkungsvolle Variante – mit den Tatsachen der Auswirkungen der bisherigen Ernährung konfrontieren. Ausgezeichnete Infoquellen sind Internetseiten wie provegan.info, albert-schweizer-stiftung.de, veganstart.de oder vebu.de. Dort finden sich alle wichtigen Fakten, Argumente und viele Dokus und Filme, die die Augen öffnen und den Schalter bei jedem umlegen, der halbwegs empathisch ist.

Besonders hervorheben möchte ich zum einen die sehr beeindruckende, 10-minütige Rede von Philip Wollen, dem Ex-Vice-President der City Bank. Dann die sehr interessante Diskussion in der Sendung “Scobel” zum Thema “Dürfen wir Tiere essen?”, in der es vor allem um unser ambivalente Verhältnis von geliebten Haustieren und gequälten Nutztieren geht. Und nicht zuletzt den Film earthlings.de von Joaquin Phoenix und Moby, der die entscheidende Frage stellt: Schließen wir die Augen oder fühlen wir mit. Was hier gezeigt wird ist nichts für zarte Gemüter – und doch sage ich: Wir müssen es uns nur anschauen, die Tiere müssen es erleiden. Das Hinschauen ist das Mindeste, was wir ihnen schuldig sind.


Welche Bücher würdest du empfehlen?

Ganz viele! Wie gesagt: Sehr lesenswert ist “Anständig essen”* von Karen Duve. Wer den Fokus auf Gesundheit setzt, dem empfehle ich “Die China Study*. Das Buch liefert die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise und ist trotzdem sehr gut zu lesen. Im Übrigen gibt es das auch als Hörbuch, gelesen von Christoph Maria Herbst. Oder auch Peace Food: Wie der Verzicht auf Fleisch und Milch Körper und Seele heilt.* von Ruediger Dahlke. Und natürlich wunderbare Rezeptbücher für jeden Geschmack und jeden Bedarf. Oder einfach mal im Buchhandel unter dem Stichwort “vegan” schauen, was einem selbst zusagt.

Hast du ein Lieblingsrezept?

Ich kann mich gar nicht entscheiden, weil ich so viele Lieblingsrezepte habe. Auch hier ist das Internet eine erstklassige Quelle für super leckere Rezepte. Ein ganz einfaches Rezept, das immer richtig gut ankommt und bei dem übrigens kaum jemand merkt, dass es vegan ist, ist Chili sin carne, bei dem man das Hackfleisch einfach durch Soja-Granulat ersetzt. 


Mousse au Chocolat mit Cantuccini.


Was ist dir sonst noch wichtig?

Ich will in Sachen Ernährung nicht missionieren. Ich spreche darüber, wenn ich gefragt werde. Und dann sage ich nichts anderes als die Wahrheit. Die Rechtfertigungen der Menschen, mit denen ich spreche, sind darauf hin fast immer die gleichen: “Ja, das stimmt schon. Das ist echt schlimm. Aber ich esse ja kaum noch Fleisch. Und wenn dann nur Bio vom Metzger meines Vertrauens.” Meine Antwort darauf lautet dann meist “Es gibt kein Fleisch von glücklichen Tieren, nur von toten.”

Viele werfen auch ein, dass ich ja schließlich auch nicht alles richtig machen würde (meistens sagen das die, die gar nichts tun!). Und es stimmt, ich trage z. B. immer noch meine alten Ledersachen auf. Ich bin auch kein “Gutmensch” und weit davon entfernt davon, moralisch einwandfrei zu sein. Und doch tue ich wenigstens etwas: Ich esse nichts mehr von Tieren. Das hat mich mitfühlender für Lebewesen aller Art gemacht. Und – bei aller Toleranz – auch etwas unnachgiebiger gegenüber allen, die immer noch Tiere essen “...weil´s halt so gut schmeckt”.

Danke für deine Antworten, Annette, und für den Stupser! Und für die tollen Fotos (Annette hat die Gerichte mit ihrer Freundin Ines Luckau gekocht, die auch die Fotos gemacht hat.) – ich glaube, ich lade mich mal ein! :-)

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Susanne Ackstaller, Mittwoch, 16. April 2014, 08:58 Uhr
Kommentare: 15 | Aufrufe: 1319 | Kategorie: Lifestyle, Essen & Wohnen, Meinungen, Interviews | Tags: , , , , ,
 

Okay, ehrlich gesagt war ich sogar viermal da. Irgendwie sind die in New York ja auch an jedem zweiten Straßeneck, man kann also gar nicht anders, als ständig vorbeizukommen, hineinzugehen und Dinge ‘rauszutragen. Angesichts dieses Versuchungspotenzials war meine Ausbeute ohnehin klein, finde ich. Aber fein. (Und außerdem sind die Sachen hier alle viel günstiger als in Deutschland. Wenn man sie überhaupt bekommt. Ja, es gibt tausend gute Entschuldigungen für Sephora-Großeinkäufe. ;-))

Bestes Beispiel: NARS. In Deutschland kaum erhältlich – nur über den NARS Onlineshop, soweit ich weiß. Außerdem kann man diesen Lippenstift auch als Rouge verwenden. Ein doppeltsparsamer Ansatz also. Den Lippenstift trage ich übrigens auf diesem Bild – ich liebe ihn! Auch wenn das Knallrot tatsächlich ungewohnt ist.

Dann Tarte: Ein tolles US-Label, das in Deutschland leider gar nicht erhältlich ist. Dabei sind die Produkte wirklich fabelhaft! Letztes Jahr habe ich mir schon einen viel geliebten Lippenstift gekauft, dieses Jahr einen CC-Primer, der wirklich alles schlägt. Er deckt leicht ab und macht eine wunderbar matte Pfirsich-Haut. Angeblich ist das die Tonerde aus dem Amazonas-Gebiet. Wie auch immer: Ich bin wirklich sehr begeistert! Und weil ich gerade so in Fahrt war, habe ich dann auch noch ein Rouge dazu gekauft. Macht sehr natürlich Rosenwangen! Auch hier: ganz große Liebe!

Von Urban Decay (in Deutschland ebenfalls unerhältlich) habe ich den Primer für den Augenbereich nachgekauft. Denn er ist tatsächlich der einzige Primer, den ich kenne, der Lidschatten hält und hält und hält und hält! Warum gibt es das nicht auch für uns Deutsche, hm?

Und dann gab es noch eine neue Mascara. Von Guerlain. Sie macht wunderschöne lange Wimpern – ohne diesen schrecklichen Falsche-Wimpern-Look! Die Wimpern werden auch nicht hart durchs Tuschen, sondern bleiben samtig weich und biegsam. Sehr toll – und sogar in Deutschland* erhältlich! ;-)


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Susanne Ackstaller, Dienstag, 15. April 2014, 11:51 Uhr
Kommentare: 13 | Aufrufe: 707 | Kategorie: Beauty, Dekorative Kosmetik | Tags: , , ,
 

Anke von Heyl ist eine von den tollen, liebenswerten und beeindruckenden Frauen, die das Internet in mein Leben gespült hat (danke, liebes Internet!). Als Kunsthistorikerin bringt sie Kunst und Kultur unter die Leute und als Kulturtussi (sic!) seit 2006 auch ins Internet. Dabei geht Anke gerne ganz neue, kreative Wege (zum Beispiel als Herbergsmutter unter anderem für das Kölner Barcamp für Kunst und Kultur), als Bloggerin auf www.kulturtussi.de oder aber auch ganz analog als selbstständige Museumspädagogin in diversen ganz unterschiedlichen Projekten. Selbst ein Musical hat sie schon herausgebracht! Und das alles, weil sie als 15-Jährige mit ihrer Tante den Louvre besuchte und als Kunst-Groupie wieder herauskam … :)

Anke ist Kölnerin, und ich finde, dieses bodenständige rheinische Naturell liest man bei ihren Antworten auch zwischen den Zeilen. Mit ihrem Mann lebt sie in einer denkmalgeschützten ehemaligen Brikettfabrik. Ihren Mann bezeichnet sie übrigens (auf meiner Frage nach einer bedeutenden Wende in den letzten Jahren) als „die beste Wende ihres Lebens“. „Ich lebte schon eine lange Weile als alleinerziehende Mutter einer mittlerweile studierenden Tochter und kämpfte an weiter Front zwischen Kind und Beruf. Jemand an meiner Seite zu haben, mit dem man sich Beruf und Leben schön machen kann, ist wirklich ein großes Glück.“ Wow, was für ein tolles Kompliment an deinen Mann, Anke!



Anke von Heyl, 52.

Modisch gesehen sieht sich Anke eher als “muffelig”. Aber ebenso wie man nicht nicht kommunizieren kann, haben auch Modemuffel eine Einstellung zu Mode ...


Wie würdest du deine Einstellung zu Mode bezeichnen oder beschreiben? Hat sie sich im Laufe deines Lebens verändert?

Ich bin kein besonders modebewusster Mensch, muss ich gestehen. Das war schon immer so. Als Kinder hat meine Mutter uns immer sehr teure Kleidung gekauft, die von mir aber gar nicht geschätzt wurde. Ich hatte zum Beispiel Anfang der 70er eine Leinenhose. Schrecklich! Keine Jeans – eine Leinenhose! Keiner hat mich damals verstanden. Was war ich deshalb unglücklich! Bei der Hochzeit meiner Tante dann war ich unglaublich neidisch auf das andere Blumenkind mit Polyester-Kleidchen und Lackschuhen. Ich hingegen trug ein Kittelchen mit Folklore-Borte und rote Ledersandälchen. (Heute wäre man entzückt!)

Später dann gehörte ich eher zur modeverweigernden Ökofraktion. Wobei: Meine derb gestrickten Strümpfe zu langen Leinenröcken – das war ja auch eine Art Mode! Und wenn ich meine jüngeren Jahre so Revue passieren lasse (und vor allem in meinen Fotos krame) – es gab auch mal eine kurze New-Wave-Phase. Mit knallrotem Kurzhaarschnitt und breiten Schulterpolstern.


New Wave! (1988)

Heute muss Mode für mich vor allem eines sein: bequem. Ich kann außerdem nur natürliche Materialien ertragen. Selbst Wolle beißt mich manchmal. Da fällt schon mal viel modisches weg.

Ich mag es gerne bunt … und es kann durchaus sein, dass ich auch mal daneben greife. Ich habe mich all die Jahre hartnäckig geweigert, den Dresscode der Kunstszene mitzumachen. Plus: Schwarz steht mir einfach nicht. Zu meinem ersten Bewerbungsgespräch marschierte ich in einem Yves-Klein-blauen Kostüm mit knallblauen Karostrümpfen. Ich bekam den Job – aber mein Outfit war unter der Kollegenschaft noch sehr lange Gesprächsthema!

In der letzten Zeit denke ich ab und an, ich müsste mal ein bisschen seriöser werden. So habe ich mir zu Weihnachten ein sündhaft teures Seidentuch gewünscht. Damit kann man auch etwas saloppere Kleidung aufwerten! Und ich habe zuletzt ein sehr schönes Kleid der Designerin Evelyn Brandt erworben. Vielleicht lege ich mir mit 60 dann mal ‘nen unverwechselbaren Anke-Stil. zu ;-)


Welche Stilrichtung bevorzugst du? Wie hat sich dein Geschmack im Laufe deines Lebens verändert – und warum?

Tja, was ist das für ein Stil, den ich bevorzuge? Sportlich-bequem?

Manchmal bewundere ich Menschen, die durch ihren Stil einen gewissen Wiederkennungswert haben. Da ist dann sicher auch das Einkaufen leichter. Mir passieren nämlich durchaus immer wieder Fehlkäufe und ich merke erst zu spät, dass das Teil, das ich im Laden so klasse fand, gar nicht zu meiner restlichen Garderobe passt. Schon tausend Mal habe ich mir deshalb vorgenommen, im Geiste immer erstmal meinen Kleiderschrank zu durchscannen, bevor ich etwas kaufe.


Hattest du modische Vorbilder? Personen oder Persönlichkeiten, die deinen Stil geprägt haben – oder eine modische Ära?

Eigentlich nein. Vielmehr lasse ich mich immer wieder neu inspirieren. Wie schon gesagt, ich stelle mir eigentlich nicht gezielt (m)einen Stil zusammen.

Mh, modische Ära. Eigentlich mag ich diesen rockigen Fifties-Stil, der jetzt gerade auch wieder in einer bestimmten Szene angesagt ist. Am besten noch mit bunten Tatoos. Diese Mode sehe ich einfach sehr gerne. Und finde es toll, wenn sich jemand so richtig ‘reinfuchst, auf Flohmärkten die passenden Accessoires kauft und auf Details achtet. Da lasse ich mich manchmal ein bisschen inspirieren. Letztens hab ich beispielsweise ein blau-weißes Punktekleid gekauft, das mit einem bunten Tuch im Haar und pinken Chucks ein wenig in diese Richtung geht.


Im Fünfziger-Jahre-Kleider von Oma (1980).

Mit Anfang 20 hatte ich zwei Kleider aus den 50er-Jahren, von meiner Oma geerbt. Die habe ich geliebt. Ein toller Stil und eine Zeit, in der man weibliche Kurven schätzte! Das eine Kleid war auch mit Punkten und aus Seide – ganz hochgeschlossen. Das andere aus einem Material, das man vielleicht von Hutbändern kennt: etwas geriffelte Viskose im Streifenlook. Ich hab sogar noch ein Foto davon gefunden. Anfang der 80er war es natürlich völlig bekloppt, mit Fünfziger-Jahre-Kleidern ‘rumzulaufen. Aber ich bin eben nie mit der vorherrschenden Mode geschwommen. 


Hast oder hattest du ein Lieblingskleidungsstück?

Mein Hochzeitsoutfit! Nicht etwa, weil ich es besonders häufig anziehe, sondern weil es eine so schöne Geschichte hat. Die Jacke hat mir eine Freundin genäht. Aus einem echten Hochzeitssari, den mir eine andere Freundin einmal aus Indien mitgebracht hat.

Ich mag es sehr, wenn Kleidung solche emotionalen Verbindungen hat.


Die beste Wende! Hochzeit in einer Jacke aus einem Hochzeitssari (2007).


Wie hat sich deine Einstellung zu Schönheit und Aussehen in den letzten Jahren verändert? Inwieweit hat das Älterwerden damit zu tun?

Ganz ehrlich: Mir geht das ewige Getue um’s Aussehen manchmal sehr auf die Nerven. Ich diskutiere das übrigens ständig mit meiner Tochter. Ich finde, dass junge Frauen heute viel zu viel über ihr Aussehen nachdenken. Das ist auch durch die Medien geprägt. Ich finde es zum Beispiel völlig normal, ungeschminkt aus dem Hause zu gehen. Das hat nichts mit dem Älterwerden zu tun. Man sieht es einem Menschen an, ob er mit sich im Reinen ist. Und dann muss man auch sich auch nicht in Verzweiflung stürzen, wenn man zum Beispiel ein paar Falten mehr hat.


Anke mag’s ungeschminkt und gerne bunt! (2013) ...


Zur Kosmetik: Bist du eher der Wasser-und-Seife-Typ oder glaubst du an die Möglichkeiten moderner Produkte?

Eigentlich bin ich mehr der Wasser-und-Seife-Typ. Wobei ich auch immer mal wieder auf das ein oder andere Wässerchen oder Tiegelchen hereinfalle. Ich habe allerdings eine sehr empfindliche Haut, da hat mich auch schon das eine oder andere teure Produkt sehr irritiert (im doppelten Sinne ;-))


Du bist auf Reisen und hast deine Waschbeutel vergessen. Welche drei (Kosmetik-)Produkte kaufst du sofort?

Vichy-Tagescreme. Mascara (eine die nicht so schnell verschmiert) und ein Gesichtswasser ohne Alkohol.


... und sportlich-bequem (Korsika, 2013).


Hast du ein Schönheitsgeheimnis?

Ja, ich habe ein tolles Schönheitsgeheimnis – erst kürzlich entdeckt! Nach dem Duschen trockne ich mich nicht ab, sondern reibe mich mit Babyöl ein. Erst danach trockne ich mich ab. Das macht eine traumzarte Haut. Man muss dann allerdings die Handtücher öfter waschen.


Gibt es ein Mantra, das dich durch dein Leben begleitet?

Immer neugierig bleiben!


Danke, liebe Anke, für deine Antworten! Und in deiner Brikettfabrik (Wow!) komme ich dich gerne mal besuchen ... :-)) Übrigens ist auch mein Kleiderschrank voller Fehlkäufe, ich glaube, so sind wir Frauen einfach!

***
Mehr spannende Interview mit spannenden Frauen jenseits der 40 gibt es übrigens hinter diesem Klick!

 
Susanne Ackstaller, Montag, 14. April 2014, 08:00 Uhr
Kommentare: 5 | Aufrufe: 1229 | Kategorie: Frauen ab 40/50/60, Interviews | Tags: , , , , , ,
 
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